Positionspapiere

Positionspapier des GEB Leinfelden-Echterdingen zum Thema –  Digitalisierung der Schulen

Der GEB Leinfelden-Echterdingen begrüßt das Engagement der Stadt Leinfelden-Echterdingen und des Gemeinderats für das Thema Schulentwicklung auf den verschiedenen Ebenen wie Modernisierung, Renovierung, Ausbau und Verfügbarkeit der Betreuungsplätze.

Allerdings wird ein wichtiger Bestandteil der Schulentwicklung bisher unzureichend betrachtet – die Digitalisierung. In einer Vielzahl von Diskussionen wurde immer wieder auf dieses Thema eingegangen, welches, in vieler Hinsicht, einen engen Zusammenhang mit den anderen Aspekten der Schulentwicklung hat (z.B. auf die Sanierung der Schulen). Trotz seiner Wichtigkeit, wird dieses Thema bislang nur ungenügend adressiert und Fortschritte sind, Stand heute, nicht sichtbar.

Medienbildung ist seit 2016 Bestandteil des Bildungsplans und muss durch entsprechende Infrastruktur und Schulausstattung gewährleistet werden. Eine Kernaufgabe des Schulträgers und damit der Stadt ist die Schaffung der nötigen Infrastruktur zur Ausbildung, aber auch die notwendige Unterstützung der Schulen, um eine effiziente Umsetzung zu gewährleisten.

Der aktuelle Stand der Digitalisierung an Schulen kann als Flickenteppich bezeichnet werden. Er ist auf das große Engagement der Leitung und der Lehrerschaft der Schulen (meist als freiwillige Zusatzleistungen) zurückzuführen. Individuelle Medienentwicklungspläne (MEP) der Schulen liegen vor, die aber konsolidiert werden müssen, da sie sehr heterogen sind. Wir sehen, dass in anderen Kommunen (Esslingen – übergreifender MEP seit 2008, Böblingen – zentrale Planung Vernetzung) diese Planungs- und Unterstützungsaktivitäten zentral koordiniert erfolgen, auch mit entsprechenden Ressourcen des Schulträgers.

Es geht hierbei nicht darum, schnelles Surfen im Internet zu ermöglichen oder tolle Endgeräte zur Verfügung zu stellen, sondern um die konzeptuellen Grundlagen zu schaffen und zu realisieren, so dass unsere Schüler die bestmögliche Ausbildung an den Schulen in LE erhalten können.

Dies ist nur möglich, wenn neueste didaktische Möglichkeiten an den Schulen in Unterricht und Betreuung auch sinnvoll umgesetzt werden können. Mit der Schulausbildung legen wir die Grundlage, damit unsere Kinder in Zukunft in der sich verändernden Arbeitswelt Fuß fassen können. Wir sehen, dass in fast allen Arbeitsbereichen, vom Fließbandarbeiter, über den Bauarbeiter und Verwaltungsangestellte bis hin zum Konstruktionsingenieur, digitales Wissen und der Umgang mit digitalen Medien immer wichtiger wird. Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Schüler zu gewährleisten, sehen wir daher den Schulträger in der Pflicht, darauf zu reagieren und umgehende Maßnahmen zur Sicherung der Verfügbarkeit einzuleiten.

Wird dies nicht umgehend angegangen, so wird dies zu einer Benachteiligung der Schüler in Leinfelden führen. Das kann so nicht hingenommen werden.

Da an den Schulen in Leinfelden-Echterdingen großer Nachholbedarf besteht, bedarf es eines klaren Konzeptes zur Digitalisierung der Schullandschaft in LE. Der GEB begrüßt die Einrichtung einer Stabsstelle Digitalisierung, mahnt aber zugleich, dass bei dieser Stabsstelle, die Digitalisierung der Schulentwicklung nur ein kleiner Teil des Aufgabengebietes ist und somit die notwendigen Ressourcen zur Konzeptualisierung und Implementierung nicht alleine durch die Stabsstelle bereitgestellt werden können, weitere Ressourcen sind erforderlich.

Hierzu ist eine klare transparente Verantwortlichkeit innerhalb der Stadtverwaltung und im Zusammenspiel und Abstimmung mit den Schulen notwendig.

Einen Konzeptentwurf der Inhalte und Schwerpunkte, sowie der Verantwortlichkeiten haben wir innerhalb des GEB entworfen und bieten ihn als Entwurf zur Strukturierung an.

Der GEB sieht folgende Punkte noch nicht adressiert und empfiehlt diese zeitnah durchzuführen:

  • Bündelung aller Aktivitäten in einem „MEP Konzept Schulen LE“ und klare Zuordnungen der Verantwortlichkeiten (Gesamtkonzept, Vernetzung, HW-Konzeption und Umsetzung, Planung, SW Administration und support)
  • Die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen benötigen einen klaren, straffen Zeitplan. Bislang ist nicht ersichtlich, dass es so einen Zeitplan gibt und somit verpasst die Stadt klar den Anschluss an andere Kommunen.
  • Die Planung der Renovierungsarbeiten, baulichen Erweiterungen muss mit Überlegungen in Bezug auf die Digitalisierungsstrategie verbunden werden um unnötige Verdoppelung der Arbeit zu vermeiden.
  • Es ist nicht verständlich, warum das Thema Digitalisierung sowohl in den Gesprächen des letzten Jahres, als auch im Wahlkampf auf eine hohe Priorität gesetzt wurde, es aber in der Umsetzung erheblich hapert. Diese Priorität muss nun auch umgesetzt werden.
  • Es sollte ein externes Expertengremium eingerichtet werden, welches die Stabstelle Digitalisierung unterstützt. Der GEB hat hierbei bereits seine Hilfe angeboten um Kontakte herzustellen und zu unterstützen und wird dies auch weiterhin tun.

Eine Konkretisierung von Maßnahmen mit Zielterminen zur räumlichen Weiterentwicklung, Modernisierung des Allgemeinzustandes der Gebäude, der Betreuungseinrichtungen und Digitalisierungsumsetzung muss zeitnah kommen.

Im Digitalpakt des Bundes liegen nun Konzepte und Inhalte zur Förderung und Entwicklung der Schulen zur Medienbildung vor, die als Unterstützung verwendet werden sollen.
Der Schwerpunkt der Förderung darin sind die digitalen Vernetzung, Einrichtung von schulischem WLAN, Beschaffung von digitalen interaktive Whiteboards und Displays/Projektoren, digitalen Endgeräte mit Schwerpunkt der technisch-naturwissenschaftlichen Bildung, sowie Mittel zur Schaffung von Strukturen für die professionelle Administration und Wartung digitaler Infrastruktur.

Wir sind uns bewusst, dass dies eine große Herausforderung ist und Ressourcen und finanzielle Mittel benötigt. Allerdings kann es sich die Stadt nicht erlauben, hier ins Hintertreffen zu geraten. Folgekosten einer unkoordinierten Entwicklung sind heute nicht kalkulierbar, könnten aber die jetzt notwendigen Investitionen langfristig um einiges übertreffen. Andere Kommunen und Länder scheinen das bereits verstanden zu haben und laufen uns hierbei eindeutig den Rang ab. Dies ist ein nicht akzeptabler Umstand.

Der GEB sagt hier seine volle Unterstützung zu, dies als nachhaltiges

„Digitalisierte Schule in LE“ – Projekt

zu unterstützen und hofft auf entsprechende Aktivitäten von Seiten der Stadt und die breite Unterstützung im Gemeinderat. Dies muss aber schnell geschehen.

 

Dr. Karsten Finger                                                     Dr. Bastian Koller
Vorsitzender Gesamtelternbeirat                      stellvertretender Vorsitzender Gesamtelternbeirat

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Vorschlag des GEB zur Strategie zur Digitalisierung der Schulen

Frühere Positionspapiere

Positionspapier des GEB Leinfelden-Echterdingen zur Schulentwicklung in der Stadt (PDF)